Zum Thema Speiseplan gibt es die widersprüchlichsten Angaben, bestimmte Empfehlungen halten sich hartnäckig, scheinen aber nicht zu stimmen. Das Problem ist vermutlich, dass die Nacktschnecken nicht lesen können – und so wissen sie nichts über ihre kolportieren kulinarischen Vorlieben und Abneigungen >;o)
Was die Farben bedeuten:
- Kann ich nicht bestätigen
- Kann ich bestätigen
- Werde ich testen bzw. unter Beobachtung
Folgende Pflanzen sollen bei Schnecken ungeliebt sein:
- Akelei (Aquilegia)
- Bartnelken (Dianthus barbatus) – Unmengen ausgesät, mal sehen
- Brombeersträucher (Rubus sectio Rubus) – wegen der feinen Stacheln
- Ehrenpreis (Veronica)
- Estragon (Artemisia dracunculus) – gemeldet von Bianca (2010/06/08)
- Felberich (Lysimachia)
- Flammenblume (Phlox paniculata)
- Fleißiges Lieschen (Impatiens) – bei mir von allen Pflanzen am meisten befallen & beschädigt, obwohl in einer höherstehenden Schale, ich werde versuchen, den Zugang mit Vaseline zu erschweren (halte ich zwar für ein Ammenmärchen, aber mal sehen).
2010/06/06: Mittlerweile führen Calibrachoa in der Beliebtheitsskala bei meinen schleimigen Gartenbewohnern. - Frauenmantel (Alchemilla)
- Geranien (Pelargonium)
- Salatgurken (Cucumis Sativus) – gemeldet von Bianca (2010/06/08)
- Goldmohn (Eschscholzia californica)
- Goldrute (Solidago)
- Immergrün (Vinca minor)
- Jungfer im Grünen (Nigella)
- Kapuzinerkresse (Tropaeolum) – na da bin ich neugierig, meine Lieblingspflanze, habe Unmengen gesät
- Knoblauch (Allium sativum) – werde um eine Schneckerbissen-Pflanze rundherum Knoblauchzehen in die Erde stecken
- Kosmea (Cosmos bipinnatus)
- Lavendel (Lavandula) – kann ich bis jetzt bestätigen, 6 kleine Pflänzchen sind völlig unbeschädigt, auch keine Schnecke zu sehen.
2010/06/06: Nach einer Woche immer noch unversehrt… - Löwenmäulchen (Antirrhinum) – habe eine Pflanze und werde beobachten, bisher keine Schäden.
2010/06/06: Nach einer Woche immer noch keine Kriech- oder Fraßspuren. - Lungenkraut (Pulmonaria)
- Männertreu (Lobelia erinus) – gemeldet von Bianca (2010/06/08)
2010/06/01: Pflanzschalen auf Mauersäulen mit Lobelien aufgestellt - Minze (Mentha) – gemeldet von Bianca (2010/06/08)
- Nelken (Dianthus)
- Oregano (Origanum vulgare) – gemeldet von Bianca (2010/06/08)
- Petunien - gemeldet von Bianca (2010/06/08)
Hier scheinen aber unterschiedliche Vorlieben für unterschiedliche Sorten zu bestehen. -
Polsterglockenblume (Campanula poscharskyana) – Nacktschnecken darauf entdeckt, aber noch keine Schäden.
2010/06/06: Nach einer Woche fast schon kahlgefressen, offenbar Schneckerbissen… - Portulak (Portulaca) – ich habe zwar bereits Nacktschnecken auf meinem Portulak entdeckt, allerdings bisher keine Schäden feststellen können.
2010/06/06: Eine Woche später fast alle Blüten verputzt (nur die Blätter scheinen nicht zu munden). - Nacktschnecken auf Tagetes
- Nacktschnecken auf Tagetes
- Wer kriegt den größten Bissen?
- Geradezu magnetisch
- Calibrachoa – erste Fraßspuren
- Polsterglockenblume – lecker!
- Hier fallen Schnittlauch & Clematis dem nächtlichen Beutezug zum Opfer…
- Hier fallen Schnittlauch & Clematis dem nächtlichen Beutezug zum Opfer
- Purpurglöckchen (Heuchera)
- Ringelblume (Calendula) – jede Menge davon ausgesät, werde berichten
- Rosen (Rosa) – bestätigt von Bianca (2010/06/08)
- Rucola (Diplotaxis tenuifolia)
- Salat “Lollo Rosso” (Lactuca sativa) – widerstandsfähiger als zarter Kopfsalat
- Salbei (Salvia) – ich vermute wegen der behaarten Blätter
- Schafgarbe (Achillea)
-
Schnittlauch (Allium schoenoprasum) – Elisabeth schreibt uns, dass ihre Schnecken Schnittlauch lieben. Und hier der Beweis (auch eine Clematis wird auf dem Foto verspeist). Danke, Elisabeth für das eindrucksvolle Beweisfoto!
- Silberkerze (Actaea racemosa)
- Sonnenbraut (Helenium)
- Sonnenhut (Echinacea) – gemeldet von Bianca (2010/06/08)
- Storchenschnabel (Geranium)
- Thymian (Thymus auch Quendel) – bestätigt von Bianca (2010/06/08)
- Tomaten (Solanum lycopersicum) – kann ich bisher jedenfalls bei den jungen Pflanzen bestätigen – absolut unberührt, noch nie eine Schnecke dran gesehen.
2010/06/08: Auch bestätigt durch Bianca. - Ziest (Stachys)
- Zitronenthymian (Thymus citriodorus) – bis jetzt unberührt.
- Zucchini (Cucurbita pepo) – gemeldet von Bianca (2010/06/08)
- Zwiebeln (Allium cepa) – auch hier werde ich experimentieren
Resistent sollen sein
- die meisten Ziersträucher ausgenommen Hortensien
- die meisten Kletterpflanzen ausgenommen Clematis – Efeu und Wilder Wein jedenfalls unversehrt.
- Beerenobst – gemeldet von Bianca (2010/06/08)
“Schneckerbissen” sollen hingegen folgende Pflanzen sein:
- Dahlien (Dahlia)
- Funkien (Hosta) – bei Bianca nicht befallen (2010/06/08)
- Glockenblumen (Campanula)
- Narzissen (Narcissus)
- Petersilie (Petroselinum crispum)
- Primel (Primula) – gemeldet von Bianca
- Rittersporn (Delphinium)
- Studentenblume (Tagetes) – werde ich gleich morgen mit Experiment beginnen. Hat funktioniert, Schnecken balgen sich um jede Blüte und verschmähen auch die Blätter nicht.
- Taglilie (Hemerocallis)
- Tränendes Herz (Dicentra spectabilis)
- Zauberglöckchen (Calibrachoa) – scheint ein echter Leckerbissen, binnen weniger Nächte ein ganzer Polster ratzfatz abgefressen…
- Nacktschnecken auf Tagetes
- Nacktschnecken auf Tagetes
- Wer kriegt den größten Bissen?
- Geradezu magnetisch
- Calibrachoa – erste Fraßspuren
- Polsterglockenblume – lecker!
- Hier fallen Schnittlauch & Clematis dem nächtlichen Beutezug zum Opfer…
- Hier fallen Schnittlauch & Clematis dem nächtlichen Beutezug zum Opfer
- und viele andere
Erkenntnis #2
Offensichtlich zählen Pflanzen mit fein und stärker behaarten Stengeln und Blättern nicht zu den Lieblingsspeisen von Nacktschnecken, naturgemäß auch keine Pflanzen mit Stacheln oder Dornen…
Erfahrungen unserer BesucherInnen
- Seeangel berichtet von ratzeputz vertilgtem Basilikum.
- Elisabeth’s Schnecken lieben Schnittlauch.











Liebe Schnecken-Leid-Geprüfte,
nach meinen jahrelangen Beobachtungen gibt es Pflanzen, die Schnecken unter allen Umständen ratzeputz abfressen.
Das sind bekanntlich – und meiner eigenen leidvollen Erfahrungen nach:
Kopfsalat
Dahlien
Rittersporn
Tagetes
Funkien
Heliopsis
…
Dann gibt es Pflanzen, die nur unter betimmten Umständen, abrasiert werden. Das variiert von Jahr zu Jahr, von Tag zu Tag. Heuer hat es bei mir z.B. ein Steppensalbei (Salvia Nemerosa) völlig ungeschutzt überstanden, der sonst immer abgefressen wurde.
Wahrscheinlich gilt es für diese Planzen: “In der Not frisst die Schnecke Fliegen”
Dann bemerke ich immer wieder Pflanzen, die zwar deutliche Fraßspuren an den Blättern aufweisen, aber trotzdem weiterwachsen und zum Blühen kommen.
Etwas ist auch wichtig: Es kommt offenbar auf die Sorte der Pflanzen an. Salbei officinalis ist “immun”, Salvia nemerosa hingegen anfällig. Man kann man also nicht generell sagen: “Salbei bleibt verschont”, sondern muss genau nach Sorten unterscheiden.
Bei Salat sind es die roten Sorten (Lollo Rosso Eichblatt etc.), die unberührt bleiben, während der übliche Häuptelsalat in Windeseile abrasiert wird.
Liebe Grüße
vom Hühnchen, das keine Schnecken mag.
Liebes @Hühnchen,
ja – genau so ist es, die Schleimis sind ja doch sehr wählerisch . So haben die Polster-Zauberglöckchen keine paar Tage überlebt und waren buchstäblich abrasiert bis zum Boden, hingegen die hängenden Calibrachoa haben bis jetzt ohne große Schäden überstanden.
Beim Portulak bleiben die Blätter unversehrt, während die Blüten scheinbar Leckerlis sind (sieben Tage Regenwetter schadet den Mittagsblumen aber mehr als die Schnecks).
Demnächst werde ich mich in der Nacht mit einem Stativ auf die Lauer legen und die “Besucherströme” in meinem Beet die ganze Nacht lang fotografieren. Bin schon sehr gespannt!
Alles Liebe,
eliZZZa
Die Sonnenblumen-Babies sind wahrscheinlich noch nicht zu rau.
Obwohl mir die Theorie der Rauheit fraglich erscheint. Dahlien und Funkien-Stängel sind schließlich such nicht rau.
Ringelblumen habe ich schon mehmals ausgesät.
Sie gehen zwar schön auf, aber in Kurze ist nichts mehr von ihnen zu sehen. Ähnliche Erfahrungen habe ich mit Sonnnenblumen gemacht.
Liebes @Hühnchen,
bin schon sehr neugierig, wann meine Ringelblumen aufgehen und was dann “meine” Schnecken dazu sagen. Sonnenblumen ist interessant, da die doch ziemlich haarige Stengel haben…
Alles Liebe,
eliZZZa
Liebe elizzza,
erstmal danke für die Initiative – ich hab tatsächlich eine ähnliche Idee gehabt bzgl. der Schnecken und freue mich gerade über deine Seite. (Ich habe nach deiner Anleitung Stricken gelernt, aber noch nie bisher was geschrieben)
Also, folgendes kann ich aus meiner Garten-Schnecken-Beobachtung mitteilen:
Die Zucchini werden bei mir ratzeputz weggefressen. Letztes Jahr hatte ich eine große Pflanze, bei der haben sie an alles Teilen genagt. Dieses Jahr musste die Junge Pflanze in der ersten Nacht draußen komplett dran glauben. (Ebenso der Kürbis)
Bei den Tomaten scheint es auf die Sorte an zu kommen. Ich habe zwei Jungpflanzen, eine Cocktail und eine Fleischtomate, weiß leider die Sorten nicht, jedenfalls ist die eine unversehrt und von der anderen klaube ich immer wieder die Tiere vom Stengel (sie nagen unten, am Hauptstengel und den Blatttrieben). Allerdings scheint es nicht erste Wahl zu sein.
Ebenso finde ich am Frauenmantel immer wieder Fraßstellen, aber im großen und ganzen ist er gut in der Kraft.
Was ich bestätigen kann, ist dass sie Ehrenpreis nicht mögen. Ich habe wunderschöne Blütenkissen – die übrigens auch für uns Menschen essbar sind. Aber vorsicht: bitter!
Die Ringelblumen verspeisen die Schnecken bei mir gerne. Sie stehen noch, sind aber ziemlich zerfressen, die Blätter.
Salbei kann ich bestätigen, ist unversehrt, Rucola hingegen gern verzehrt.
An den Lauch gehen sie nicht, Rose ebenso, die Brennnessel nehmen sie nur im Notfall.
Immergrün, ebenso wie Efeu meiden sie. Ich denke die Inhaltstoffe wirken für sie ebenso (leicht) giftig, wie in größeren Dosen für uns Menschen. Außerdem läd die Blattstrucktur mit dem ledrig-glänzenden Aussehen auch nicht gerade zum reinbeißen ein.
Minze haben sie bei mir auch in Ruhe gelassen, genauso Oregano und Thymian.
Ich vermute die in Hoher Konzentration enthaltenen ätherischen Öle, die unseren Gewürzpflanzen ihr Aroma geben, bekommen ihnen nicht. Wenn wir sie pur aufnehmen, brennt das ziemlich.
Anfügen möchte ich noch, dass mein kleiner Garten direkt an einer Kuhweide mit Bachlauf liegt und hinter dieser der Wald. Das heißt ich habe ohne Ende Schneckenverwandschafts-Nachschub.
letztes Jahr hab ich Zeitweise erfolgreich ‘geflüstert’. Das heißt die Schnecken sind tatsächlich UMGEDREHT nachdem ich einige in den Wald getragen hab und mit ihnen aushandelte, das mein Garten verschont bliebe, sie dafür auch. Allerdings hielt das immer nur ein paar Tage, dann haben sie es wohl vergessen.
Liebe Grüße
und bis zu weiteren Beiträgen!
Satya
Liebe @Satya Immergrün,
das ist aber schön, dass Du mit nadelspiel Stricken gelernt hast!
Toll, Dein ausführlicher Bericht, wird in den nächsten Tagen die “Kulinarisch”-Seite ergänzen.
Zum Thema “Flüstern” in den nächsten Tagen ein paar interessante Fundsachen. Dass die kleinen Biester vergeßlich sind, wundert mich nicht >;o))
Danke & alles Liebe,
eliZZZa
Liebe eliZZZa,
Wisteria wächst bereits ein Stückchen weiter rechts und wird in Ruhe gelassen.
An die Stelle, an der bislang die Clematis wuchs, kann ich keine Wisteria stellen, ist zu nah an der Hauswand. Da Wisteria alles platt macht, was ihr in den Weg kommt (Regenrinnen und die Fassadenverkleidung vom Nachbarn eingeschlossen) darf sie bei uns nur an einer Mauer wachsen, die sonst keine Verbindung zu gefährdeten Hausteilen hat.
Ich kann auch Dir nur empfehlen, Wisteria (besonders sinensis!) nicht direkt ans Haus zu stellen, oder aber eine massive (!) Rankhilfe mit mindestens 17cm Abstand zur Wand anzubringen. Sonst könnte das Wuchermonster Dir irgendwann großen Ärger machen. Die wird enorm schwer und wächst schneller, als man gucken kann…
Wisteria blüht übrigens lieber, wenn sie waagerecht geführt wird.
So, genug geklugsch*neckt*.
Lieben Gruß,
Bianca
P.S.: Die Funkien, die oben als Schneckerbissen gelistet sind, lassen meine Kriecher links liegen (rechts von den Funkien steht allerdings eine mittlerweile verstorbene Clematis, vielleicht ist die Vorliebe der Schnecken für Clematis die Lösung für das Rätsel um deren unerwarteten Tod. Schnief…)
Liebe @Bianca,
das klingt fast so und ist traurig – versuch es doch einfach mal mit Wisteria (nicht nur wegen der Desperate Housewives >;o), hab ich vor einer Woche gepflanzt, ich werde am Wochenende berichten, ob sie überlebt haben…
Alles Liebe,
eliZZZa
@eliZZZa, So, diesmal antworte ich auch im richtigen Feld und nicht auf meinen eigenen Eintrag…
Beim Männertreu in der Liste oben hat sich ein Fehler eingeschlichen. Ich vermute eher, dass Schnecken es mögen. Vielleicht habe ich mich in meinem vorigen Posting doof ausgedrückt. Ist kaputt und ich meine, Schleim gesehen zu haben. Allerdings könnten in diesem Fall zusätzlich auch andere Schädlinge am Werk sein.
Die Kapuzinerkresse wurde zumindest im letzten Jahr bei mir von Schnecken völlig verschont. Du könntest also Glück haben, wenn die Blattläuse die Kresse nicht kahl machen, die lieben das Zeug nämlich…
Vermelde: Primeln werden gerne als Happen zwischendurch genommen. Besonders die Knospen, grrrmpf…
Auch bei mir kein Befall von Tomaten. Außerdem bislang keine Schnecke an Gurken und Zucchini, Estragon, Oregano, Thymian, Minze, Echinacea, Rosen und – Petunien. Offenbar gibt es also unterschiedliche Geschmäcker bei den Kriechmonstern. Mit der Petuniensorte kann es nichts zu tun haben, denn die Million Bells bei meiner Mutter sind auch unangetastet. Das Beerenobst bleibt ebenfalls verschont (zumindest von Schnecken, Mehltau und Blattläuse hat es trotzdem…)
Tagetes mögen die Biester auch bei uns besonders gerne (im Gegensatz zu mir. Die Tagetes habe ich einzig als Schnellimbiss für die Plagegeister angeschafft.)
Ebenfalls befallen scheint mir das Männertreu (obwohl ich mir bei diesem nicht ganz sicher bin, ob es nicht vielleicht einem anderen Schädling zum Opfer gefallen ist. Ich meine aber, Schleim daran ausgemacht zu haben).
Ich beobachte das mal weiter…
Liebe @Bianca,
das ist eine super Liste – danke! Werd ich gleich ergänzen. Ich habe den Verdacht, es kommt auf die Kombination des Angebots an Leckerbissen an, was die kleinen Schleimer bevorzugen. Vermutlich muss es nur gelingen, ihnen einen ausgewogenen Speiseplan zusammenzustellen, dass sie dafür andere Pflanzen in Ruhe lassen…
Oder es gibt enge lokale Präferenzen, die “gelernt” wurden…
Alles Liebe,
eliZZZa
Mein Basilikum ist vollständig von den Schnecken abgeerntet…
Danke @Seaangel,
ich habe Deine Meldung unter “Kulinarisches” vermerkt.
Alles Liebe,
eliZZZa